Klangwerkstatt

Du kannst deine Fahrradklingel ein Lied spielen lassen. Aus Maschinengeräuschen eine Beatspur bauen. Mit  den Geräuschen deiner Stadt komponieren.

Wie das geht und wer das alles schon vor dir ausprobiert hat, erfährst du hier.

Geräusche und Töne

Ton

In der Akustik bezeichnet man ein Audiosignal mit genau einer Frequenz als „reinen“ Ton. Der Kammerton a‘, der weltweit zum Stimmen der Musikinstrumente verwendet wird, ist ein solcher reiner Ton mit einer Frequenz von 440Hz.

Frequenz

Wenn du einen Stein in Wasser wirfst, dann breitet sich die Bewegung, die der Stein verursacht, wellenförmig aus. Bei einem kleinen Stein entstehen kleinere Wellen, die schnell aufeinander folgen. Bei einem großen Stein entstehen große Wellen, die langsamer aufeinander folgen. Etwas ganz ähnliches passiert auch, wenn Du laut rufst. Der Schall bewegt die Luft, und zwar wellenförmig. Hohe Töne machen kleine, schnell aufeinander folgende Schallwellen, tiefe Töne machen große, langsam aufeinander folgende Schallwellen. Wer Heinrich Hertz war, nach dem 1930 die Maßeinheit für Frequenzen benannt wurde, kannst du im Internet herausfinden. 1 Hertz bedeutet jedenfalls, dass sich etwas 60 Mal pro Minute wiederholt. Die Tonfrequenzen, die wir hören können, liegen im Bereich von 16 Hertz (960 Schallwellen pro Minuten) und 20 Kilohertz (Kilo bedeutet tausend, also 20 X 1000 X 60 = 1200 000 Schallwellen pro Minute). 

Klang

Wenn Du eine Taste auf einem Klavier anschlägst, erzeugst du einen Klang. Die Frequenz des Grundtones bestimmt dabei die Tonhöhe. Du spielst z.B. ein A (440 Hz) und gleichzeitig klingen andere Töne mit, nämlich ein A, das eine Oktave höher ist (440 x 2 = 880 Hz) und ein E (440 x 3 = 1320 Hz – in Wirklichkeit ist die Frequenz dieses hohen Es ein kleines bisschen geringer, das hängt mit den Feinheiten des Klavierstimmens zusammen) und ein Cis (440 x 5 = 2200 Hz – in Wirklichkeit ist die Frequenz dieses Cis ein kleines bisschen höher, das liegt an Feinheiten des Klavierstimmens).

Diese zusätzlichen Töne klingen bei verschiedenen Instrumenten lauter oder leiser. Deshalb hört sich ein A auf einem Klavier anders an als auf einer Blockflöte. Man spricht von unterschiedlichen Klangfarben.

Akkord

Wenn Du auf dem Klavier gleichzeitig ein A, ein Cis und ein E anschlägst, dann spielst Du gerade den Grundakkord der A-Dur Tonleiter.

Ein Akkord besteht aus einem Grundton und den Tönen, die auch Obertöne dieses Grundtons sind. Solche Ton-Kombinationen kommen uns besonders harmonisch vor. Warum ist es wichtig für das Komponieren mit Geräuschen, das zu wissen? Weil du Geräusche, die du irgendwo draußen aufgenommen hast, so kombinieren kannst, dass sie für die Hörerin oder den Hörer harmonisch klingen.

Geräusch

Geräusche enthalten viele verschiedene Frequenzen ohne bestimmtes Frequenzverhältnis. Die Frequenzverhältnisse sind chaotisch. Leute mit sehr feinen Ohren können trotzdem bei manchen Geräuschen hören, dass sich in dem Chaos ein Ton versteckt, also ein Schallwellenmuster, das sich wiederholt. Die gute Nachricht: Dein Schnittprogramm Audacity kann das auch.

Audacity: Tonhöhe herausfinden und verändern

 

Geräusch markieren. In Audacity unter "Effekt" auf "Tonhöhe ändern" klicken. Die geschätzte Starttonhöhe wird angegeben.

Tonhöhe ändern durch Eingabe des gewünschten Notenwerts oder der Halbtonschritte nach oben oder unten.

 

Übung 1

In unserer Klangbibliothek gibt es außer Geräuschen auch harmonische Klänge. Finde einen, lade ihn herunter und importiere ihn in Audacity.

Übung 2

Kannst Du den Klang mit Audacity in verschiedene Tonhöhen setzen und damit „Alle meine Entchen“ spielen?

Übung 3

Setze ein Klangbild aus drei Elementen zusammen, z.B. aus Entengeschnatter, einem Fährtuten und Schwenkkranquietschen. Kannst du die Tonhöhen der Geräusche so verändern, dass ein Akkord hörbar wird? Wie verändert sich dadurch der Gesamteindruck?

Tipp: Geräusche kopieren, bevor du sie bearbeitest. Dann musst du sie nicht erneut importieren, wenn du mit dem Ergebnis nicht gleich zufrieden bist.

Vorbild

 

Höre Walter Ruttmanns Klangcollage „Weekend“ aus dem Berlin des Jahres 1930. Du findest sie unter:

http://www.medienkunstnetz.de/werke/weekend/

Wie Du an seiner Partitur siehst, hat er die Tonhöhen von Ausrufen und Geräuschen gehört und sie so zusammengefügt, dass sich Akkorde ergeben. Du kannst solche Harmonien erschaffen, wenn du die Geräusche, die du aufgenommen hast, neu zusammenfügst. Du musst aber nicht, das ist nur ein Weg von vielen.

 

Tempo, Takt, Rhythmus und Motiv

Tempo

Kannst du deinen Puls am Handgelenk spüren? Wenn Du keinen Sport machst und dich nicht besonders aufregst, folgen die Pulsschläge einander in einem gleichbleibenden Tempo:

Pock Pock Pock Pock

Stell dir vor, Du dirigierst ein Orchester und willst den Musiker*innen sagen, wie schnell sie spielen sollen. Du sagst zum Beispiel: „Es gibt ganz und halbe Klänge. Eine ganzer Klang soll so lang sein wie ein Pulsschlag + die Pause bis zum nächsten. Ein halber Klang ist halb so lang.“

„Wie soll ich denn mitten in der Symphonie meinen eigenen Puls schlagen hören?“, wendet der Cellist ein. Außerdem stellt sich heraus, dass der kleine Trompeter, der immer ein bisschen aufgeregt ist, einen schnelleren Puls hat als die große, gelassene Geigerin.

Ihr braucht also eine unabhängige Tempoangabe. Wie schnell sollen die Schläge aufeinander folgen? Deshalb gibt es, insbesondere wenn Musik am Computer produziert wird, die Angabe beats per minute, z.B. 96 bpm, wenn 96 Schläge auf eine Minute kommen sollen.

Der Dirigent hat das Grundtempo für seine Interpretation eines Musikstücks im Gefühl und signalisiert es dem Orchester durch seine Bewegungen.

Metronom

Wenn ihr nur zu viert Musik macht, es also nicht ganz so laut wird, und ihr keinen Dirigenten habt, dann könnt ihr ein Metronom einschalten, das euch ein gemeinsames Tempo vorgibt. Johann Nepomuk Mälzel und Dietrich Nikolaus Winkel haben das Metronom vor mehr als hundert Jahren erfunden (1814/15). Ein klassisches Metronom schlägt 96 Mal pro Minute. Ihr könnt aber auch 60 Mal pro Minute wählen, so dass es ein Mal pro Sekunde schlägt. In einer Geräuschcollage kannst du ein Metronom in einer Tonspur aus einem Geräusch bauen und es hörbar mitspielen lassen.

Audacity: Metronomspur bauen

 

Du kannst dir mit Audacity ein Metronom aus einem Geräusch bauen. Importiere das Fahrradpedaltreten aus unserer Klangbibliothek. Die Schläge folgen viel langsamer aufeinander als bei einem Metronom. Markiere das Geräusche und klicke unter "Effekt" auf "Tempo verändern". Mach das Geräusch schneller. Schaffst du es, dass sechzig Schläge auf eine Minute kommen?

Wenn du ein Metronom nur zur Orientierung brauchst und es nicht in deiner fertigen Collage hörbar sein soll, kannst Du auch folgendes Angebot von Audacity nutzen: Unter "Erzeugen" auf "Click-Track" klicken, dann wählen, wie viel Clicks pro Minute das Programm erzeugen soll. Audacity erzeugt dann nach deinen Angaben eine Metronomspur, die du später, nachdem du die Collage fertig gebaut hast, stumm schalten kannst.

 

Takt

Der Takt ist eine Möglichkeit, die vielen Schläge deines Musiktempogebers in kleine Päckchen einzuteilen. Aus deinen Schritten kannst du Dreierpäckchen machen, indem du beim ersten Schritt fest aufstampfst, dann zwei leichtere Schritte machst, dann wieder fest aufstampfst usw. Oder lieber Viererpäckchen? Stampf beim ersten Schritt fest auf, dann kommen drei leichtere Schritte, dann wieder fest aufstampfen usw. Auch bei der von Audacity erzeugten Click-Spur klingt der jeweils erste Click eines Taktes anders als die anderen.

Manche Taktarten sind sehr bekannt. Bei einem Dreivierteltakt (Stampf leicht leicht Stampf leicht leicht), denken viele Menschen sofort an einen Walzer und ein Hochzeitsfest.

Vielleicht hast du Lust, deine Hörer*innen zu überraschen, indem du Geräuschen einen aus der Musik bekannten Takt gibst.

Übung 4

Versetze das Fahrradpedaltreten in einen Dreivierteltakt, indem Du jeweils das erste von drei Tretgeräuschen lauter machst. Klingt das noch nicht beschwingt genug? Dann probier’ aus, das ganze Geräusch schneller laufen zu lassen.

Wenn Du selbst ein Instrument spielst, kannst du zu deinem selbstgebauten Takt eine Melodie einspielen, und schon hast du eine interessante Mischung aus Musik und Geräusch.

 

Übrigens: Die Taktart eines Musikstückes wird als Bruch angegeben, z.B. ¾-Takt oder 4/4 Takt. Dabei bezeichnet der Zähler des Bruchs die Anzahl von Schlägen pro Takt. Der Nenner bezeichnet die Notenlänge.

Rhythmus

Stell dir vor, du gehst schon eine Weile im Viervierteltakt den Kanalseitenweg entlang. Beim ersten von vier Schritten stampfst du fest auf, dann folgen drei leichtere, dann wieder ein Stampfer, dann drei leichte Schritte usw.

Doch jetzt wird dir langweilig. Du bleibst im Vierertakt, aber du lässt dir einiges zur Abwechslung einfallen, z.B.:

Stampfer + schneller Hüpfer mit zwei Bodenberührungen + leichter Schritt + leichter Schritt

oder:

Stampfer + leichter Schritt + langes Schlurfen (so lang wie zwei Schritte)

oder:

langes Schlurfen (so lang wie zwei Schritte) + langes Schlurfen

Du kannst sogar die Betonung ab und zu nicht auf dem ersten Schritt sondern auf einen anderen machen, z.B.:

leichter Schritt + langes, extralautes Schlurfen (so lang wie zwei Schritte) + leichter Schritt

Rhythmus bezeichnet all die verschiedenen Arten, wie du mit dem Takt, den du dir ausgesucht hast, spielen und ihn abwandeln kannst.

Audacity: Rhythmen aus Geräuschen bauen

 

Nimm deine Schritte auf und importiere die Aufnahme in Audacity. Importiere weitere Geräusche, z.B. das Muhen eine Kuh und Möwengeschrei. Setze die andern Geräusche in ein Verhältnis zum Takt deiner Schritte. Erinnerst du dich noch, wie du in Audacity mit dem Befehl "Tempo ändern" die Länge eines Geräuschs unabhängig von der Tonhöhe verändern kannst? Du kannst also eine Kuh genau zwei Takte lang muhen lassen. Oder du lässt sie, um ein bisschen mit den Erwartungen deiner Zuhörer zu spielen, auf dem zweiten Schlag in einem Takt muhen, eine unvermutete Abweichung von deinem Betonungsschema.

 

Muss das denn so sein?

Musst du Geräusche in einen Takt bringen, um mit ihnen ein Stück zu komponieren, dass andere wie Musik hören?

Nein, musst du nicht. Es gibt viele andere Wege. Doch du musst deinen Zuhörer*innen irgendeinen Hinweis darauf geben, dass sie das, was jetzt kommt, wie Musik hören sollen. Takt und Rhythmus gehören zur Sprache der Musik. Deshalb sind sie eine Möglichkeit, das musikalische Ohr der Hörer*innen zu öffnen.

Hier gleich noch ein Hinweis auf ein anderes Mittel, um dafür zu sorgen, dass andere dein Stück als Musik wahrnehmen: das Spiel mit Motiven.

Motiv

Ein Motiv ist eine kleine Einheit einer Komposition, die sich wiederholt und von den Hörer*innen wiedererkannt wird.

Ein Motiv kann eine bestimmte Abfolge von Klängen sein, ein Geräuschakkord, den du mit Audacity gebaut hast und mehrmals vorkommen lässt oder eine ganz unharmonische, aber einprägsame Kombination von Geräuschen, z.B.: Schwenkkran quietscht + Möwenschwarm fliegt auf

Ein Motiv kann auch ein bestimmter Rhythmus sein, den du an verschiedenen Stellen mit verschiedenen Geräuschen baust, z.B. Fahrradfahren im Dreivierteltakt am Anfang und Rudern im Dreivierteltakt später im Stück.

Motive haben oft etwas mit dem Thema deiner Klangcollage zu tun, also mit der Frage: Warum machst du sie eigentlich? Warum so und nicht anders? Was fasziniert dich, was ist dir wichtig?

Rudern und Radfahren im Dreivierteltakt könnten auf Themen wie Sport, Spaß an der Bewegung, Geschwindigkeit hinweisen. Wenn das ein wichtiges Thema für dich ist, wie kannst du es verstärken? 

Wenn du ein Motiv gefunden hast, was könnte das genaue Gegenteil dazu sein? Ein Dieselmotor im Leerlauf als Gegensatz zu Bewegung? Das Schwappen von Wasser gegen Betonwände als hörbare Form von Gefangensein, Stillstand? Ein Gegensatz, der vielen Menschen am Nord-Ostsee-Kanal auffällt, ist der zwischen Maschinengeräuschen und Naturgeräuschen.

Motive können gegensätzlich sein oder einander ergänzen. Sie sind eine Möglichkeit, wie das Thema deiner Collage hörbar und für andere verständlich werden kann. Oft merken Komponist*innen zuerst, dass ihnen bestimmte Motive gefallen, und kommen später ihrem Thema auf die Spur.

Fahrradmusik

Übung 5

Hol ein Fahrrad ins Zimmer oder in den Klassenraum. Welche Geräusche kannst du ihm entlocken? Fahr mit ihm um Tische herum, dann stell es auf den Kopf. Ihr könnt eure Klasse auch in zwei Gruppen aufteilen. Die Gruppen machen abwechselnd Geräusche mit dem Fahrrad. Die Gruppe, die am Schluss noch ein neues Geräusch mit Fahrrad machen kann, wenn die andere schon passen muss, gewinnt.

Vorbild: "Cheap Thrills" in der Coverversion von Kurt Hugo Schneider

 

Wenn dir kein Geräusch mehr einfällt, gib’ "cheap thrills“ und "Kurt Hugo Schneider“ in eine Suchmaschine im Internet ein und schau dir das Video an.

Versuch’ die Mikrofone zu zählen, mit denen die Fahrradgeräusche im Video aufgenommen werden. In welchem Abstand  befinden sich die Mikros zu einzelnen Geräuschquellen und zum Mund der Sängerin?

 

Übung 6

Deckt sich im Video das, was du hörst, genau mit den Bildern? Notiere dir die Klänge, deren Erzeugung nicht zu sehen ist.

Übung 7

Nimm’ alle Geräusche auf, die du deinem Fahrrad entlocken kannst. Du kannst sie später als Ausgangsmaterial für eine Komposition verwenden.

Tipps

 

Tipp 1: Wenn du Geräusche aufnimmst, die später Teil von Musik werden sollen, geh’ mit dem Mikro nah an sie heran und versuch, sie möglichst pur zu erwischen. In dem Video von Kurt Hugo Schneider and friends hast du gesehen, dass der Abstand zwischen einer Handlänge und einer Elle liegt. Wenn du weiter weg gehst, nimmst du zu viel vom Widerhall des Geräuschs im Raum auf. Wenn du noch näher kommst, riskierst du, dass Luftbewegungen, z.B. vom sich drehenden Rad oder vom Atem der Sängerin, die Mikrofonmembran trifft und Störgeräusche erzeugt. 

Tipp 2: Nimm sich wiederholende Geräusche wie Pedaltreten und Speichenklappern lang genug auf. Dann kannst du sie später im Original verwenden, falls du möchtest, und bist nicht darauf angewiesen sie zu loopen.

Tipp 3: Drück’ nicht zu schnell auf Stopp, das ist ein häufiger Anfängerfehler. Nimm das Bremsenquietschen mit seinem gesamten Nachhall im Raum auf, solange, bis wirklich nichts mehr zu hören ist.

 

Krach

Vorbild

 

Luigi Russolo (1885 – 1947) war ein italienischer Futurist. Hier seht ihr seine Krachkästen, auf Italienisch: Intonatorumori. Er baute sie 1913. Im selben Jahr ließ Henry Ford als erster Autohersteller ein Fließband in seine Fabrik einbauen.  

Musiker und einige wenige Musikerinnen begannen sich für Geräusche zu interessieren, als die Welt durch die Industrialisierung viel lauter wurde.

Der rasche technische Fortschritt regte Künstler*innen dazu an, sich vorzustellen, wie neue Erfindungen das Leben der Menschen in der Zukunft verändern würden. Daraus wurde eine eigene Kunstrichtung, der Futurismus, dem sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts Maler*innen, Theaterregisseur*innen, Bühnenbildner*innen, Architekt*innen und Dichter*innen anschlossen. In Italien experimentierten Musiker damit, Krach in ihre Kompositionen einzubinden. Sie nannten diese Stilrichtung Bruitismus (abgeleitet vom französischen Wort "bruit") oder Rumorismo (abgeleitet vom italienischen Wort "rumore" für Krach).

 

 

 

Übung 8

Gebt „Intonatorumori“ in eine Suchmaschine ein und hört euch an, wie Russolos Klangkästen klangen. Sprecht darüber, wie ihr die Musik findet. Toll? Überzeugend? Oder sieht das ganze beeindruckender aus, als es klingt?

Übung 9

Luigi Russolo tüftelte gemeinsam mit einem Kollegen weiter und baute 21 Krach-Instrumente. Hier seine Liste:

Drei Ululatori (Heuler) in den Tonlagen bassomedio und acuto (schrill)

Drei Rombatori (Brüller, Dröhner) bassomedio und acuto

Vier Crepitarori (Klirrer) bassomedioacuto und più acuto (noch schriller)

Drei Stroppicciatori (Knisterer, Scharrer) bassomedio und acuto

Vier verschiedene Scoppiatori (Knaller, Knatterer, zum Nachahmen von Verbrennungsmotoren) basso und medio

Ein Ronzatoro (Summer)

Zwei Gorgogliatori (Gurgler) basso und medio

Ein Sibilatoro (Zischer)

Denkt, ohne den anderen in eurer Klasse etwas zu verraten, an Dinge, die ihr daheim in eurem Haushalt habt. Gibt es da Heuler, Brüller, Klirrer, Knisterer, Scharrer, Knaller, Knatterer, Summer, Gurgler und Zischer? Schreibt Haushaltsgeräte auf und notiert, zu welcher Sorte von Luigi Russolos Krachmachern sie gehören.

Übung 10: Krachmacher bauen

Bringt zur nächsten Unterrichtsstunde Geräte von zuhause mit, die Krach machen, außerdem einen festen Pappkarton. Leiht euch von euren Eltern den Trichter aus, mit dem sie sonst Kühlwasser nachfüllen. Macht ein Loch in euren Karton und steckt den Trichter hinein, so dass der Krach gebündelt nach außen dringen kann. Auf der offenen Seite eures Kartons steht ihr und macht Krach mit dem mitgebrachten Gerät. Jede und jeder darf so lange Krach machen, bis die anderen erraten haben, womit er erzeugt wird.

Übung 11: Krachmacher-Performance

Gibt es Krachmacher, die besonders laut knallen, einen tollen Rhythmus haben, besonders hoch sirren oder dunkel schnarren? Sucht acht Krachmacher aus und einigt euch auf eine Reihenfolge, in der sie gespielt werden sollen. Wählt eine Dirigentin, die den Einsatz, das Tempo und die Lautstärke vorgibt. Schreibt die Reihenfolge der Krachmacher an die Tafel und benutzt dafür keine Worte sondern gezeichnete Symbole.

Macht es dir Spaß, live zu arbeiten?

Dann spring’ zum Thema „Performances“.

Klangcollage

Bevor du an deiner eigenen Klangcollage arbeitest, beschäftigen wir uns noch einmal mit Weekend von Walter Ruttmann. Weekend ist nicht nur eine der allerersten Klangcollagen, sondern auch ein besonders tolle, bis heute ein Vorbild für andere Klangkünstler*innen.

Vorbild

 

Walter Ruttmann (1887 – 1941) hatte Kunst und Architektur studiert, bevor er begann für den Film zu arbeiten. Er zeichnete Szenen für Filme anderer Regisseure und drehte 1927 seinen wichtigsten eigenen Film, "Berlin – Die Sinfonie der Großstadt", über einen Tag in Berlin. Seit 1922 gab es das Lichttonverfahren, bei dem der Ton auf demselben Band aufgenommen werden konnte wie die Filmbilder. 1930 benutzte Walter Ruttmann nur die Tonspur von Filmbändern, um Weekend herzustellen, seine berühmte Klangcollage über seine Heimatstadt Berlin.

Nach 1933 passte Walter Ruttmann sich den Nationalsozialisten an und drehte Propagandafilme für sie. Die bekannte Filmregisseurin und Unterstützerin der Nationalsozialisten Leni Riefenstahl holte ihn in ihr Filmteam.

 

Übung 12

Hör’ dir Weekend noch einmal an und notiere dir Motive.

Was wiederholt sich?

Gibt es Motive, die beim Hören zu einem alten Bekannten werden, weil sie immer wiederkehren?

Was fühlst du beim Wiedererkennen? Bist du manchmal überrascht, obwohl sich etwas Bekanntes wiederholt? Warum?

 

 

Du hast eine Menge gelernt. Du kennst die berühmte Klangcollage von Walter Ruttmann. Du kannst mit Audacity schneiden und mischen. Du weißt, wie du Geräusche in ein harmonisches Verhältnis zueinander setzen kannst, so dass sie z.B. klingen wie Akkorde. Du weißt, wie du dich für einen Takt entscheiden, wie du ihn in deine Collage einbauen und wie du mit ihm spielen kannst, so dass verschiedene Rhythmen entstehen.

Jetzt beginnt die Freiheit.

Wovon handelt deine Collage? Wie fängt sie an, leise oder mit einem Knaller? Und wie endet sie?

Übung 13

Stell dir einen Wecker und schreib’ fünf Minuten lang, ohne den Stift abzusetzen oder etwas durchzustreichen, alles auf, was du über deine Klangcollage schon weißt. 

Performance

Du musizierst am liebsten live? Das geht auch mit Geräuschen.

Vorbild

 

John Cage (1912-1992) hat die Musik des zwanzigsten Jahrhunderts mit vielen neuen Ideen geprägt.

 

Übung 14

Gib "John Cage“ und "Water Walk“ in eine Suchmaschine im Internet ein. Schau’ und hör’ dir John Cages Performance aus dem Jahr 1960 an. Beantworte diese drei Fragen:

Wie schafft John Cage es, dass seine Performance nicht nur als Ansammlung von Geräuschen, sondern als Musik wahrgenommen wird?

Welche Tempogeber benutzt er?

Warum, glaubst du, lacht das Publikum?

Übung 15

Versuch selbst eine Performance zu einem der Themen Wasser, Luft, Stein, Metall oder Plastik zu machen.

Wie gibst du dir ein Tempo vor?

Wie klingen Anfang und Ende?

Gibt es noch einmal eine Überraschung, wenn der Zuhörer schon glaubt, er weiß, wie der Hase läuft?

Sehr interessant ist es auch, eine Performance zu viert einzuüben. Zeichnet mit Symbolen den Ablauf eurer Performance auf eine Tapetenrolle. Woher wisst ihr, wie lang einzelne Geräusche dauern und wann das nächste einsetzt?

Vorbild

 

In der Geschichte der Klangperformance kommt es oft vor, dass Menschen verstört oder Dinge zerstört werden, dabei jedoch etwas Neues entsteht. Lust auf ein tolles Beispiel aus der Gegenwart?

Gib bei youtube „Christian von Richthofen“, "Kristian Bader"  und "AUTOAUTO“ ein.

 

Stille

Wenn wir ein Musikstück in einem Konzert hören, dann haben wir eine Vorstellung davon, was zur Musik gehört und was nicht.

Räuspern, die Schritte der Pianistin beim Auftritt, das Umblättern der Seiten, das Rauschen des Windes draußen gehören nicht dazu, die Klavierklänge schon.

In der Geschichte des Komponierens mit Geräuschen gab es viele Versuche, scheinbar unwichtigen, zufälligen Geräusche dieselbe Aufmerksamkeit zu schenken wie den Klängen von Instrumenten.

Eine wichtige Frage, die sich Komponist*innen immer wieder gestellt haben: Wie schaffe ich es, dass Menschen die Stille neu wahrnehmen und damit auch all die winzigen Geräusche, die das füllen, was wir Stille nennen.

Vorbild: 4'33''

 

Einen Versuch, Stille zu inszenieren und die Aufmerksamkeit der Zuhörer*innen damit auch auf das Hören selbst zu lenken, unternahm John Cage 1952 mit seinem Stück 4’33’’. Während eines Konzerts setzt sich ein Pianist ans Klavier und spielt vier Minuten und dreiunddreißig Sekunden lang keinen einzigen Ton.

 

Vorbild: a a a a Very Good Song

 

2017 stürmt eine Track namens „a a a a Very Good Song“ die iTunes-Charts, der aus knapp zehn Minuten Stille bestand. Er war eigentlich aus technischen Gründen zur Verfügung gestellt worden, damit Musiklisten richtig abgespielt wurden, doch Menschen hörten ihn, um die Stille zu genießen.

 

Übung 16

Stille lässt sich auf viele Arten inszenieren. Manche Menschen halten sich eine Muschel ans Ohr, um sich ganz auf das Rauschen zu konzentrieren. Auch eine geräuschlose Pantomime, die einen lauten Vorgang darstellt, setzt Stille in Szene. Schreib' drei weitere Möglichkeiten auf.

Fallen dir Wege ein, wie du den Menschen um dich herum bewusst machen kannst, wie viele Geräusche sie ständig erzeugen? Schreib' zwei Möglichkeiten auf.

Du hast gerade fünf Ideen gesammelt. Setz' eine von ihnen in die Tat um.

Vorbild: Murray Schafer

 

In den siebziger Jahren wurde Naturschutz zu einem wichtigen Thema. Komponist*innen beschäftigten sich damit, wie ohrenfreundlich unsere Welt ist und wie sie sich akustisch verändert. Sie untersuchten, wie Tiere sich einen Klangraum teilen, indem sie zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlichen Frequenzen Geräusche machen, und sie legten Archive mit Geräuschen an, die durch den raschen technischen Wandel zu verschwinden drohten. Der Kanadier Murray Schafer (geb. 1933) schrieb viele Bücher über die Kulturgeschichte der Geräusche und des Hörens. Er suchte z.B. Orte auf der Welt, an denen man sieben Minuten verweilen kann, ohne Maschinengeräusche zu hören.

 

Übung 17

Versuch einen Ort zu finden, an dem du dreißig Sekunden lang kein Maschinengeräusch hörst.

Schiffsmusik? Signalhörner!

Schiffsbesatzungen verständigen sich mit Signalhörnern. Die Frequenz des Signalhorns gibt Auskunft über die Größe des Schiffes. Durch Abfolgen langer und kurzer Signale zeigen Schiffsbesatzungen an, welches Manöver sie als nächstes durchführen werden. 

Vorbild

 

Der Komponist Christof Schläger musiziert mit Signalhörnern, die im die Firma Zöllner zur Verfügung stellt. Hier erzählt er, wie er darauf gekommen ist und wie er die Signalhörner verändert.

 

Du kannst dir aus wenigen Baumarktteilen selbst ein Signalhorn bauen.

Bauanleitung

 

Diese Anleitung gibt es auch als Video auf Youtube. Gib’ die Suchbegriffe „Signalhorn aus Baumarktteilen“ ein.

Materialliste:

1 Stück Abflussrohr aus Plastik, 20 bis 60 cm lang

2 Verschlusskappen für das Rohr, beide mit Gummidichtungen

1 Stück Heizungsrohr, 10 bis 20 cm länger als dein Plastikrohr

1 Trichter, den du auf das Heizungsrohr stecken kannst. Nimm’ das Heizungsrohr mit in die Autoabteilung, wo es Trichter zum Ölnachfüllen gibt, und probier’ vorsichtig aus, welcher Trichter passt. Falls mehrere Filter in unterschiedlichen Grüßen sich auf das Heizungsrohr stecken lassen, kauf sie alle.

1 Stück Plastikfolie, z.B. von einem dünnen Brotbeutel aus Plastik

 

Arbeitsschritte:

Bohr' ein Loch etwa in die Mitte des Abflussrohrs. Nimm zuerst einen dünnen Bohrer, dann einen dicken.

Bohr' ein Loch in die Mitte einer der beiden Verschlusskappen. Das Loch sollte genauso groß werden, dass du das Stück Heizungsrohr hindurch schieben kannst.

Spann' die Plastikfolie über die offene Seite der Verschlusskappe. Schieb die Verschlusskappe vorsichtig über ein Ende des Heizungsrohrs, so dass die Plastikfolie weiter gespannt wird, ohne zu zerreißen.

Steck' das Heizungsrohr ein Stückchen durch das Loch in der zweiten Verschlusskappe. Schieb die Verschlusskappe auf das Abflussrohr. Schieb das Heizungsrohr vorsichtig weiter hinein, bis du spürst, dass es die Plastikfolienmembran berührt.

Setz’ den Trichter auf das Heizungsrohr.

Blas’ in das Loch in der Mitte des Abflussrohrs. Die Luft, die Du in das Abflussrohr bläst, bringt das Heizungsrohr zum Schwingen. Die Schwingungen übertragen sich auf die Membran aus Plastikfolie. Das Schwingen der Plastikfolie versetzt die  Luft innerhalb des Heizungsrohrs in Schwingungen. Die Schallwellen dringen nach draußen und werden durch den Trichter verstärkt.

 

Übung 18

Wie verändert sich der Klang, wenn du einen größeren Trichter auf das Rohr setzt? Wie verändert er sich durch einen kleineren Trichter?

Beat-Tracks bauen

Einige Maschinengeräusche aus unserer Klangbibliothek eignen sich gut, um einen Loop aus ihnen zu bauen und sie als Teil des Beat-Tracks für einen Rap zu verwenden.

Audacity

 

Beat-Track für einen Rap:

1. Clicktrack erzeugen

Klicke in der Menüleiste auf „Erzeugen > Click Track erzeugen“.

Du kannst eingeben, wie viele Schläge pro Minute (beats per minute) dein Click-Track haben soll, wie hoch oder gering also das Grundtempo ist. Außerdem entscheidest du hier, wie viele Schläge eine Zähleinheit, also einen Takt, bilden („beats per measure bar“). Gib für deinen ersten Versuch 4 ein.

2. Sample herstellen

Importiere ein Maschinengeräusch, z.B. das des Ottomotors aus unserer Klangbibliothek. Suche dir vier Schläge aus. Jeder Schlag besteht aus einem harten mechanischen Klack und einem Luftansaugen. Schneide die Sequenz aus vier Schlägen so aus, dass sie ganz genau mit dem ersten Schlag beginnt und hinter dem vierten Luftansaugen endet. Den Clip, den du jetzt erzeugt hast, nennt man Sample. Er ist der Grundbestandteil deines Beats.

3. Sample an Beat-Tempo anpassen und loopen

Markiere deinen Clip und klicke in der Menüleiste auf "Effekt > Tempo verändern". Experimentiere damit, deinen Clip schneller oder langsamer zu machen, bis die vier lauten Klack-Geräusche genau unter vier Clicks des Clicktracks liegen. Wenn du den Takt betonen möchtest, kannst du den ersten Klack deines Clips lauter machen ("Effekt > Verstärken“). Hänge dein Sample per Coppy and Paste so oft aneinander, bis du die gewünschte Länge deines Musikstücks erreicht hast. Die Zeitleiste findest du oberhalb der Spuren, unter der Menüleiste.

4. weitere Spuren erzeugen

Importiere ein weiteres Geräusch, z.B. das der Dampfmaschine aus unserer Klangbibliothek. Ein Schlag besteht aus einem lauten Zischen und einem leisen Dampfausströmen. Schneide wieder ein Sample aus vier Schlägen zurecht und bringe es mit "Tempo ändern" auf die Länge von vier Schlägen in deinem Click-Track. Wahrscheinlich ergeben sich jetzt die ersten kleinen Unregelmäßigkeiten, weil z.B. die Abstände zwischen den Schlägen in deinem Dampfmaschinen-Sample nicht genau gleich sind. Du kannst solche Unregelmäßigkeiten ausbügeln, indem du z.B. nur mit einem Sample aus zwei Schlägen arbeitest. Oder du akzeptierst sie, weil du findest, dass sie deinem Beat Leben einhauchen.

Mit dem Grundmuster, das jetzt entstanden ist, kannst du spielen, indem du weitere Spuren hinzufügst. Erzeuge ein z.B. ein zweites Dampfmaschinensample, das dieses Mal mit dem leisen Dampfausströmen beginnt und mit dem lauten Zischen endet. Lege einen Loop aus diesem Sample auf eine dritte Spur.

5. Akzente setzen

Importiere das Warnklingel-Geräusch aus der Klangbibliothek, mache es lauter und schneide ein Sample zurecht. Lege einen Warnklingel-Loop in die fünfte Spur. So kannst du Spuren übereinanderschichten, die dein Grundschema erhalten, aber auch Abweichungen und besondere Akzente setzen, bis du deinen Beat-Track interessant genug findest. 

Möchtest du, dass einzelne Tracks härter und lauter klingen? Dann versuch', sie zu komprimieren: "Effekt > Kompressor“. Falls dir das Ergebnis nicht gefällt: "Bearbeiten > Rückgängig machen"

Probiere andere Effekte aus. Markiere z.B. den Warnklingel-Loop und bearbeite ihn mit "Effekt > Echo“. Wähle für dein erstes Experiment „Verzögerung = eine Sekunde“. Wenn du dein Grundschema erhalten möchtest, kannst du mit allen Effekten arbeiten, die die Cliplänge nicht verändern.

 

Nun kannst du dir deinen Beat-Track auf dem Kopfhörer anhören, auf Aufnahme schalten und Sprache, Gesang oder ein Musikinstrument zu deinem Beat-Track aufnehmen.

Es gibt ein kostengünstiges Computerprogramm, das erledigt, was du gerade selbst getan hast: Remixlive bringt deine Samples auf eine bestimmte Länge, macht Loops aus ihnen und synchronisiert sie mit anderen Loops.

Achtung: Remixlive kostet ca. 30 Euro für den Computer und gar nichts, wenn du es als App auf dein Handy lädst. Die Handy-App enthält aber nicht die Funktionen, die du brauchst, um deine selbst aufgenommenen und bearbeiteten Samples zu importieren. Du musst diese Funktionen dann einzeln hinzukaufen, was teurer werden kann, als die Computerversion zu erstehen.

Remixlive

 

1. Importieren eigener Samples:

Klicke in der Menüleiste ganz oben auf "File > Import Pack/Sample"

2. Abspielen eigener Samples:

Klicke auf das Ordner-Symbol unten rechts. Unter User findest du deine selbst importierten Aufnahmen und Samples. Du kannst sie mit dem Cursor auf eines der farbigen Abspielfelder ziehen.

Tipp: Die Felder in der Spalte rechts außen spielen ein Sample nur einmal ab, wenn du sie anklickst. Die Felder in der Spalte links daneben spielen ein Sample so lange, wie du das Abspielfeld mit dem Cursor gedrückt hältst. Die Felder in allen anderen Spalten machen Loops aus deinem Sample und spielen es ab, bis du das Abspielfeld mit einem zweiten Klick wieder ausschaltest.

3. Aufnehmen eines Beat-Tracks:

Du kannst mit Remixlive deine Geräuschsamples mit vorproduzierten Instrumentalloops verbinden. Wenn du zufrieden bist, stoppe das Abspielen von Loops mit der Leertaste deiner Computertastatur. Klicke auf das Record-Symbol oben rechts im Bedienfeld. Starte das Abspielen mit der Leertaste. Nimm deinen Beat-Track in der Länge auf, die du später für dein Musikstück oder deinen Song brauchst.

3. Wiederfinden deiner Remixlive-Aufnahme:

Klicke auf das Symbol mit den drei übereinander angeordneten Balken links oben, dann auf "Recordings". Hier findest du deine neueste Aufnahme als letzte in der Liste. Du findest sie auch, mit dem Aufnahmedatum als Dateinamen, in dem Ordner "Recordings", den Remixlive auf deiner Festplatte angelegt hat. Du kannst deinen Beat-Track jetzt auf eine CD brennen oder ihn z.B. in Audacity importieren und Gesang dazu aufnehmen.

 

Du kannst Audacity und Remixlive auch im Wechsel für die Arbeit an einem einzigen Song benutzen. Hier ist eine von vielen Kombinationsmöglichkeiten:

Baue einen Beat-Track in Audacity. Dabei lernst du deine Geräuschaufnahmen sehr gut kennen und schneidest die schönsten Samples heraus. Im Beat-Track in Audacity sind die einzelnen Schläge und Takte sehr deutlich hörbar. Das kannst du nutzen, um einen Text zu deinem Beat zu schreiben.

Songtext

 

1. Wortwirbel

Beginn’ damit, fünf Minuten lang wild und ungereimt alles aufzuschreiben, was du siehst, riechst, fühlst, was dir durch den Kopf geht. Kristallisiert sich ein Thema heraus? Gibt es einen Satz, der dir besonders gefällt? Kannst du ihn zu deinem Beat sprechen oder rappen? Dieser Satz kann Teil deines Chorus werden. Die wichtigsten Zeilen im Song, die Hörer*innen im Gedächtnis behalten und die meist Teil des Chorus sind, heißen "Hook“.

2. Chorus

Ein Chorus ist oft acht Takte lang, das bedeutet 32 Schläge. Du kannst auf jeden Schlag deines Beat-Track eine Silbe rappen, eine Silbe kann aber auch lang über zwei oder sogar vier Schläge, also einen ganzen Takt gesungen werden.

3. Strophen:

Rapp-Strophen sind oft 16 Takte lang, also 64 Silben, doppelt so lang wie der Chorus. Sie liefern konkrete Beispiele oder kleine Geschichten zu dem Thema, das im Chorus ganz allgemein angesprochen wird.

4. Bridge:

Du kannst in deinem Song Strophen und Chorus abwechseln lassen. Oder du erfindest noch eine Bridge, meist acht Takte lang genau wie der Chorus, die deinem Song musikalisch oder inhaltlich noch einmal etwas Neues, Überraschendes hinzufügt.

 

Gib jetzt die Samples deines Beattracks in Remixlive ein und kombiniere sie dort mit vorproduzierten Samples. Produziere einen angereicherten Beat-Track und nimm’ ihn auf. Lade ihn in eine neue Audacity-Session, um dazu deinen Song zu rappen. Du kennst deinen Beat-Track sehr gut, weil du ihn in der einfacheren Variante in Audacity selbst gebaut hast. Es wird dir leicht fallen, zu ihm zu rappen.

Schick' uns dein Ergebnis

Was auch immer dein Ergebnis ist, eine Inszenierung von Stille, eine Performance, ein Rap-Song oder eine Klangcollage, wir freuen uns, wenn du uns Fotos und MP3-Aufnahmen schickst:

info(at)klang-kanal.de