Hans Brauer

Ein Fischereibetrieb, der viel älter ist als der Nord-Ostsee-Kanal

Die Brauers waren schon Fischer, bevor es den Nord-Ostsee-Kanal gab. 1854 wurde ihr Fischereibetrieb zum ersten Mal namentlich erwähnt. Die Seen und Eiderauswaschungen, in denen sie fischten, verloren Wasser an den neu erbauten Kanal. Die Brauers fischten im Kanal weiter, nun gingen ihnen auch Fische in die Netze, die einen bestimmten Salzgehalt im Wasser benötigen. Bis heute fangen sie u.a. Aale, Zander, Butt, Heringe, Karpfen, Barsche und Schwarzmundgrundeln.

Die Familie betrieb lange auch Landwirtschaft, verlor aber 1965 im Zuge der zweiten Kanalerweiterung zwei Hektar Ackerland und konzentrierte sich seither auf den Fischfang. Seit der Mitte der achtziger Jahre sanken die Fangmengen, zunächst beim Aal, dann auch beim Hering. Um die finanziellen Verluste auszugleichen, begründeten die Brauers eine neue Tradition: Alljährlich laden sie nun zum Heringsfest ein. Sie bauten ein Restaurant, die Aalkate, in der die Gäste mit Blick auf die Rader Hochbrücke köstlichen Fisch genießen.

Interview mit Hans Brauer und seinem Nachfolger Thomas Philipson

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